Outstanding Artist Award 2014 für Experimentelles Design

Das Bundeskanzleramt Österreich schreibt den outstanding artist award in der Kategorie Experimentelles Design aus. Dieser Designpreis wird fŸür Designkonzepte, Projekte und Produktideen mit einem experimentellen und forschenden Ansatz ausgeschrieben. Die Organisation und DurchfŸührung obliegt dem VIENNA DESIGN OFFICE.

Zielsetzung

Anliegen des outstanding artist award fŸür Experimentelles Design und der Anerkennungspreise ist es, richtungsweisende Gestaltungskonzepte zu wŸürdigen, die eine kŸünstlerische, kulturelle und gesellschaftliche Relevanz haben und als solche einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Design-Schaffens und Diskurses in Österreich und darŸüber hinaus leisten.

Preise

Dotiert ist der Award mit 8.000 Euro. ZusŠätzlich kšönnen bis zu drei Anerkennungspreise in Hšöhe von je 2.000 Euro vergeben werden.

Teilnahmeberechtigung

Teilnahmeberechtigt sind nicht mehr in Ausbildung stehende Designer/innen, deren Lebens- und Arbeitsinteressen seit mindestens drei Jahren in Österreich liegen.

Einreichformular PDF downloaden

Die Einreichungen waren späŠtestens mit 7. Mai 2014 (Datum des Poststempels) zu Ÿübersenden. Einreichunterlagen kšönnen Sie hier downloaden.

Insgesamt wurden 54 Projekte eingereicht und von einer Fachjury, bestehend aus nationalen und internationalen DesignexpertInnen, ausgewählt.
Die Preisverleihung erfolgte am 25.09.2014 im Rahmen der Eröffnung der VIENNA DESIGN WEEK im Palais Schwarzenberg.
Die Projekte der Preisträger/innen wurden während des Festivals von 26.09. bis 05.10.2014 im Seitentrakt des Palais Schwarzenberg ausgestellt.

Projekte der Preisträger/innen:

outstanding artist award 2014 für Experimentelles Design
BLESS - Melodized Pillow Hammock

Anerkennungspreise
breadedEscalope - LOVE ME BENDER
Klemens Torggler - EvolutionDoor
Katharina Unger - Farm 432

Die Jury 2014

Marco Dessí
© Klaus Fritsch

Marco Dessí

Designer

„Wettbewerbe können ein erster Schritt in die Selbstständigkeit sein.“

Marco Dessí (* 1976 in Meran, Italien) studierte Industrial Design an der Universität für angewandte Kunst Wien, wo er bereits mit einigen seiner Studentenprojekte internationale Aufmerksamkeit erregte. 2007 gründete er sein eigenes Designstudio. Marco Dessí verfolgt eine Arbeitsweise des "Bastelns" mit Formen und Möglichkeiten bis sie "passen" und sich leicht und intuitiv anfühlen. Dessís Produkte vereinen radikal Modernes mit ästhetischer Langlebigkeit. Ob handwerklich oder industriell gefertigt gelingt ihm das mit seinem reduzierten, fast spärlichen, aber effektiven Einsatz von feinen Details.

Thomas Geisler
© Nathan Murell

Thomas Geisler

Kustode Sammlung Design, MAK Wien

„Es ist großartig, dass es mit dem outstanding artist award für Experimentelles Design eine Auszeichnung gibt, die sich insbesondere an forschende, angewandte Künstler/innen und Designer/innen wendet, die sich mit den Rändern der eigenen Disziplin und möglichen Schnittstellen zu anderen beschäftigen. Dieser essenzielle Wissenstransfer wirft relevante Themen und Fragestellungen auf, denen wir uns stellen müssen, um kulturelle und gesellschaftliche Innovationen voran zu bringen. Design ist ein hervorragendes Werkzeug zur Verständigung und Spekulation im Labor Zukunft!“

Mit Tulga Beyerle und Lilli Hollein gründete Thomas Geisler 2006 die Neigungsgruppe Design als gemeinnützige und unabhängige Initiative zur Verbesserung der Wahrnehmung von Design in Österreich und von österreichischem Design im Ausland. Geisler studierte Produktdesign an der Universität für angewandte Kunst in Wien sowie an der Danmarks Designskole in Kopenhagen. Von 2000 bis 2010 arbeitete er freiberuflich als Designer u.a. als Partner des Kollektivs maupi mit Schwerpunkt Szenografie und Kommunikationsdesign. Nach Lehraufträgen zur Theorie und Geschichte des Designs forschte er von 2005 bis 2010 am Institut für Design der Universität für angewandte Kunst Wien. 2010 wechselte Thomas Geisler von der VIENNA DESIGN WEEK als Kustode für Design ans Österreichische Museum für angewandte Kunst (MAK).

Marianne Goebl
© Patterson

Marianne Goebl

Designexpertin

„Designpreise zeichnen im Allgemeinen bereits vermarktete oder vermarktbare Entwürfe aus. Der Outstanding Artist Award wirft hingegen einen Blick auf ein außerhalb von Fachkreisen wenig exponiertes Segment des Designspektrums. Die Unterstützung von Designentwicklung im Vorfeld oder auch abseits der Serienproduktion ist ein wertvoller Beitrag zur Förderung und Anerkennung von Design und seiner Rolle als gesellschaftlich relevante, kreative Disziplin.“

Marianne Goebl spezialisiert sich auf die Entwicklung und Vermittlung von Design Projekten an der Schnittstelle von Kultur und Kommerz. Sie leitete internationale Initiativen in den Bereichen Produktdesign, Interior Design, Ausstellungen, temporäre Strukturen und Veranstaltungen. Die Projekte entstanden in enger Zusammenarbeit mit führenden Designern und Architekten wie David Adjaye, Ron Arad, Ronan&Erwan Bouroullec, Konstantin Grcic, Zaha Hadid, Herzog&de Meuron, Hella Jongerius und Jasper Morrison. Von 2011 bis 2014 fungierte sie als Direktorin der Messe Design Miami/, dem “Global Forum for Design” mit jährlichen Veranstaltungen in Basel/Schweiz und Miami/USA. Davor verbrachte sie ein Jahrzehnt beim Schweizer Möbelunternehmen Vitra, zuletzt war sie hier in der Funktion als Leiterin der internationalen Öffentlichkeitsarbeit tätig. Marianne Goebl ist gebürtige Wienerin und studierte Wirtschaftswissenschaften and der WU Wien und der HEC Paris.

Marie Rahm und Monica Singer
© Marie Jecel

Marie Rahm und Monica Singer

POLKA Designstudio

„Ich finde es sehr positiv, dass experimentelles Design durch den Wettbewerb mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung erfährt. Als Triebfeder sorgt experimentelles Design für einen lebendigen Diskurs in der Designwelt und darüber hinaus. Das tut auch Wien als Designstandort sehr gut. Und es ist auch sehr wichtig, eine Unterstützung für Ideen abseits von kommerziellen Zwängen zu ermöglichen.“

POLKA setzt sich mit Alltagsphänomenen und Gebrauchsgewohnheiten auseinander. Die Designerinnen Marie Rahm und Monica Singer arbeiten gerne im Spannungsfeld zwischen konzeptionellen Experimenten und dem Entwurf von eleganten und funktionalen Alltagsprodukten. Oft überraschen ihre Entwürfe. Das 2004 gegründete Designstudio arbeitet erfolgreich an Projekten im Bereich Produktdesign, Möbeldesign und Interior Design für Kunden wie Wittmann, Lobmeyr, Laufen, authentics oder Herend.

Matthias Wagner K
© Sabine Schirdewahn

Matthias Wagner K

Direktor Museum Angewandte Kunst Frankfurt am Main

„Experimentelles Design stellt Grenzen in Frage, verhandelt Möglichkeiten und setzt auf Veränderungen. Damit ist es die Basis für einen kritischen Designdiskurs im Spannungsfeld reflexiven gestalterischen Tuns und der gesellschaftlichen Relevanz von Produkten.“

Matthias Wagner K leitet das Museum Angewandte Kunst Frankfurt am Main. Davor war er als Ausstellungskurator, Festival- und Biennale-Leiter mit den Schwerpunkten isländische Kunst und Kultur sowie Kulturgeschichte des Lichts und dessen Verwendung in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts tätig. Wagner K wurde 1961 in Jena geboren. Seit 1992 führen ihn Ausstellungen, Lehraufträge und Vorträge an Museen, Hochschulen und andere Institutionen in Europa und Amerika.
Als Leiter des Museums für Angewandte Kunst setzt er auf internationale Vernetzung und eine Neuorientierung des Hauses. Mit der Ausstellung „Draußen im Dunkel. Weitermachen nach der Mode“ räumte Wagner K etwa Mode mehr Aufmerksamkeit ein.